Quotidianität #025 – Persönliche Retrospektiven

Eine persönliche Retrospektive ist ein regelmäßiges Ritual, in welchem man sich die Zeit nimmt über sich selbst nachzudenken und zu reflektieren. Bild zu Quotidianität #025 - Persönliche Retrospektiven

In dieser Episode,  erklärt Johannes, was eine wo die Unterschiede und Gemeinsamkeiten Team-Retrospektiven und  persönlichen Retrospektiven liegen. Zusätzlich beschreibt er, warum er es für wichtig hält, eine persönliche Retrospektive durchzuführen. Durch die Episode führt als Interviewer Weinni.


Art: Interview
Bier: Leikeim Kellerbier Naturtrüb/Koblenzer Pils

Bild: http://www.flickr.com/photos/matsuyuki/2328829160

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Shownotes

  • Quotidianität #024 – Retrospektiven
  • Klassische Konditionierung, Pawloscher Effekt – Wikipedia
  • “Je länger die Erinnerungen zurückliegen, desto rosiger Färben sie sich ein. Ja, das ist ein barmherziger Trick des Schicksals, der es einem auch wenn man sein Lebtag nur Scheiße gebaut hat, am Ende auf ein erfülltes Leben zurückzublicken.” Hannes Wader auf ‘Mey, Wader, Wecker: Das Konzert’, 14. Wünsche, Ende
  • Fünfmal Warum – Wikipedia
  • SMART-Objectives – Wikipedia
  • Linda Rising – Homepage
  • Ilias Bartolini – Blog (Auch mit “Personal Review” Serie)
  • Aisley Nies, QCon ‘Personal Retrospective’ – Video

Artikel in Johannes Blog zu Persönlichen Retrospektiven

Folien zu Persönlichen Retrospektiven

Resources

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3 Gedanken zu “Quotidianität #025 – Persönliche Retrospektiven

  1. Ich mache seit 2009 ebenfalls eine persönliche Retrospektive. Angesteckt hatte mich damals Stephen Covey mit seinem Buch “The Seven Habits of Highly Effective People”. Ich habe dadurch ein paar Praktiken für mich etabliert, die für mich persönlich bis heute gut funktioniert haben.

    * Ich besorge mir jedes Jahr ein Moleskine Wochenkalender (A6, eine Woche auf einer Seite), in das ich _jeden_ Tag mit ein paar Stichworten reinschreibe, was ich so beruflich und privat gemacht habe. Das können einzelne Wörter, Kürzel oder aber auch mal einen Satz oder Zitat sein. Einfach eine Zusammenfassung des Tages. Hab das mal mit dem Google Calendar versucht, ist aber nix für mich.

    * Ich mache jedes Jahr eine “100er Liste” meiner Wünsche. Darauf kommt _alles_ und möge es noch so unerreichbar sein. Diese Liste schaue ich mir dann am Ende des Jahres an uns streiche alles weg was ich tatsächlich erreicht habe. Erstaunlicherweise habe ich die letzten Jahre im Schnitt 70% der Punkte erreicht, ohne aktiv darauf hinzuarbeiten. Der Rest sind dann meist Wünsche wie “eine zweite Staffel von Firefly sehen” oder “mit einer Rakete zur ISS fliegen”, oder aber unwichtig gewordene Sachen. Das schwierigste an der Liste ist nicht sie abzuarbeiten, sondern sie zu erstellen. Versucht mal 100 Wünsche aufzuschreiben, das ist nicht so einfach. Ich mache das, um mir meiner wirklichen Wünsche — abseits der offensichtlich materiellen Dinge — klar zu werden. So eine Art LongTermGoal oder eine Abhandlung der “5x Warum” Übung.

    * Gegen Ende jedes Jahres (zufällig heute) nehme ich mir einen Nachmittag Zeit und erstelle einen persönlichen Jahresrückblick. Dabei schreibe ich (digital) auf, was ich jeden Monat erlebt habe (meist nur die Fakten). Ich mache das in Ruhe am PC. Ich nehme mir Zeit dafür, starte vim, mach soma.fm an, fange an lose Stichworte zu sammeln und lege Überschriften an. Als Erinnerungshilfe nehme ich mir hier alles was ich kriegen kann. Basis ist mein Kalender (sailplaneapp.com), in dem ich auch Ereignisse eintrage (dazu habe ich eine “Notes” Kategorie) und meinen Wochenkalender. Dann nehme ich mir meine Website (mit was hab ich mich diesen Monat Beschäftigt, über was hab ich geschrieben?) und mein Twitter-Account (über was hab ich mich aufgeregt? Wo war ich?) vor. Ich mache sehr viele Notizen (roterfaden.de), die ich dann bei dieser Gelegenheit auch nochmal durchforste (manchmal schreib ich sogar nen Datum hin :). Auch hilfreich ist mein E-Mail Account. Die Konversationen mit meiner Freundin, die mit meinen Freunden und die der Projekte und Vereine helfen mir schnell auf die Sprünge was so privat, mit Freunden und in meinen sonstigen Aktivitäten passiert ist. Manchmal gehe ich auch noch meine Amazon-Bestellungen, meine Bookmarks (pinboard.in) usw. durch wenn ich denke, etwas vergessen zu haben.

    Für jeden Monat schreibe ich die Fakten kurz und knapp auf, so dass ich am insgesamt bei ca. 150-200 Zeilen (80 Zeichen Breite) lande. Daraufhin sammle ich noch ein paar “Statistiken” wie “Welche Bücher habe ich gelesen”, “Welche Spiele habe ich gespielt”, “Welche neuen Serien habe ich gesehen”, “Wie viele Mails habe ich versendet” etc. Das hängt dann immer von meiner Motivation ab.

    Am Ende lese ich alles nochmal durch und versuche daraus Schlüsse zu ziehen. Was hat sich bei mir verändert, was habe ich gelernt, zu welchen Einsichten bin ich unbewusst gekommen, … Das schreibe ich alles darunter und versuche schlussendlich ein einziges Wort (oder 2 oder 3) für dieses Jahr zu finden, dass alles umreist. Ein “Jahresmotto” sozusagen.

    Ich mache das alles zum Einen für die Erinnerung und um später nachzuschlagen (man vergisst einfach schnell in welchem Jahr was/wie/wo passiert ist). Aber viel wichtiger ist mir, dass ich das Leben bewusst lebe. Dass mir klar ist, _was_ ich mache und auch _warum_ ich es mache. Ich möchte nicht morgens aufstehen um dann den Tag zu überstehen und abends wieder ins Bett zu gehen. Ich will das Leben bewusst leben 🙂

    Der ganze Prozess ist nicht aufwändig oder zeitintensiv, macht mir aber so simple Dinge wie “was hab ich heute eigentlich gemacht?” bewusst. Das hilft mir auch sehr bei der alltäglichen Entscheidungsfindung.

    @Johannes: Wegen deinem Wunsch, ein Buch zu schreiben: Mach doch nächstes Jahr beim NaNoWriMo (nanowrimo.org) mit, da können wir uns gegenseitig motivieren 🙂

    Viele Grüße,
    Aaron

    • Danke für deinen ausführlichen Kommentar, ich finde es sehr interessant wie andere ihre persönlichen Retrospektiven machen, denn hier gibt es wohl nicht DIE-LÖSUNG.

      Bis zum nächsten Podcast
      Weinni

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